Alles kann, nichts muss
Doch anders als damals sei alles vorbereitet gewesen: Die Verantwortungen waren klar geregelt, Mühlbauer junior besaß bereits alle Vollmachten. „Wir haben weiter geliefert, weiter innoviert und weiter verkauft. Wenn wir es den Kunden nicht in einem Brief gesagt hätten, hätten sie es kaum gemerkt.“ Er verfolge in seiner eigenen Nachfolgeplanung einen ähnlichen Ansatz, erzählt Mühlbauer. So seien seine vier Kinder bereits Gesellschafter*innen im Unternehmen, sein Sohn fange demnächst als Assistent der Geschäftsführung in einem Tochterunternehmen an. Auch für die Geschwister lasse er bewusst die Tür offen. Fürchtet er hier keine möglichen Konflikte?
„Ich hatte jahrelang das Highlander-Prinzip im Kopf: „Es kann nur einen geben!“ Inzwischen sehe ich das aber anders.“ So brauche die Firma jedes Quäntchen Intelligenz, eine Nichtberücksichtigung von Gesellschafter*innen wäre schlimme Verschwendung. „Und ich bin der Überzeugung, dass die das auch untereinander hinbekommen, sich zu einigen.“ Doch selbst auf eine Zukunft ohne ein Familienmitglied am Steuer sei man vorbereitet. So wirken an Mühlbauers Seite zwei externe Geschäftsführer*innen und die Zusammenarbeit funktioniere. Das Erfolgsgeheimnis: Ressortgrenzen respektieren und stets als Einheit auftreten. „Egal, wie man sich untereinander streitet, nach außen muss das ein Monoblock sein.“
Für DMG arbeiten rund 500 Mitarbeitende, 460 davon am Hauptsitz. Ein Erfolgsfaktor sei die Tatsache, dass hier Forschung, Entwicklung und Produktion vereint sind. Es existiert zudem ein Schulungszentrum, in dem der Umgang mit DMG Produkten an Dummy-Puppen erprobt werden kann. Überhaupt fühlt sich Mühlbauer an der Elbe wohl, gerade erst wurde DMG als Hamburger Familienunternehmen des Jahres ausgezeichnet. Versuche, Kostenvorteile zu nutzen und Teile der Produktion nach Brasilien oder Singapur auszulagern, wurden gestoppt. „Wir sind bei der Komplexität des Unternehmens nicht groß genug, um verschiedene Standorte zu unterhalten.“