Chancen nutzen
mit eigenen Fonds

21. Mai 2024 | Lesedauer: 7 Min.

Für Asset Manager*innen bieten eigene Fonds große Chancen. Anstatt sich von vermeintlicher Komplexität abschrecken zu lassen, sollten sie die Umsetzung einer optimierten Struktur prüfen, denn diese ist einfacher zu erreichen, als oft gedacht. Dieser Artikel beleuchtet, was bei einer Fondsauflage zu beachten ist und wie eine Service KVG das Vorhaben erleichtert – zum Nutzen sowohl der Initiierenden als auch der Investierenden.

Die Themen dieses Artikels in der Übersicht:

  • Die Vorteile eines eigenen Fonds
  • Anforderungen und Hürden
  • Leistungen einer Service KVG
  • Warum das Mindset wichtig ist

Die Vorteile eines eigenen Fonds

Für Asset Manager*innen, die bisher vorrangig Einzelinvestments getätigt haben, mag der Gedanke an das Auflegen eigener Fonds zunächst wie eine unüberwindbare Hürde erscheinen. Die regulatorischen Anforderungen, die Komplexität der Strukturierung und die Verwaltungsaufgaben wirken oft abschreckend. Doch was, wenn dieser Schritt nicht nur machbar, sondern auch ein Schlüssel zu neuen Möglichkeiten und Wachstum ist?

Ein Fonds ist zunächst einmal eine regulatorische Notwendigkeit, die das Einsammeln von Geldern verschiedener Investoren und die Verfolgung einer Portfoliostrategie ermöglicht. Doch aus der Verpflichtung erwachsen auch Chancen: Durch die Bündelung von Kapital aus mehreren Quellen können Asset Manager*innen das Investitionsvolumen erhöhen und von einzelnen Investments zu einem Portfolio an Investments zu kommen – was ihr Angebot auf ein neues Level hebt.

Anforderungen und Hürden

Nehmen wir zum besseren Verständnis ein fiktives Beispiel: Jansen ist Immobilienspezialist in Hamburg und vermittelt lukrative Objekte an Investierende. Vor dem Hintergrund sinkender Immobilienpreise wird ihm nun ein Gebäudeensemble zu attraktiven Konditionen angeboten. Er erkennt darin eine gute Gelegenheit, das eigene Geschäftsmodell zu erweitern. Zudem bietet sich die Möglichkeit, mit der Betreuung langfristiger Portfolios wiederkehrende Erträge zu generieren.

Um aktiv werden zu können, benötigt Jansen jedoch das Kapital zahlreicher Investierender. Hier kommt der Fonds ins Spiel, ein reguliertes Investmentvermögen. Dieses bietet die notwendige Struktur, um Investitionen zu bündeln und ein Portfolio von Investments aufzubauen. Doch die Entscheidung für einen Fonds erzwingt wichtige Richtungsentscheidungen, so ist etwa die Frage zu klären: Baut der zukünftige Fondsinitiator eine eigene Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) auf, oder kauft er die benötigten Leistungen ein?

Make or buy

Asset Manger*innen haben grundsätzlich die Möglichkeit, eine eigene registrierte KVG zu gründen. Sie können aber auch auf das BaFin-erlaubte/lizenzierte Angebot einer externen Service KVG zurückgreifen. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile.

Registrierte KVG

  • Keine BaFin-Erlaubnis (Lizenz) erforderlich, Registrierung genügt
  • Anfangskapital richtet sich nach der Gesellschaftsform der KVG (z. B. 25.000 Euro bei einer GmbH)
  • Limitiert potenziell das Wachstum des Fonds: Bei Einsatz von Fremdkapital darf das Volumen der verwalteten Assets 100 Millionen Euro nicht übersteigen
  • ohne Fremdkapital liegt die Grenze bei 500 Millionen Euro
  • Substanzieller Aufwand bei der Registrierung, Administration und Verwaltung

Erlaubte KVG

  • Muss den gesamten Anforderungen des Kapitalanlagegesetzbuchs gerecht werden
  • Erfordert die Unterstützung einer Service KVG, falls keine eigenen umfangreichen Ressourcen vorhanden sind
  • Höhere Anforderungen an das Anfangskapital (bis zu 300.000 Euro; auf Aufforderung der BaFin bis zu 10 Millionen Euro)
  • Notwendigkeit eines angemessenen Risikomanagements, das vom operativen Bereich der KVG getrennt sein muss
  • Strenges Liquiditätsmanagement und die Bestimmung einer Verwahrstelle


Entscheidet sich Immobilienspezialist Jansen für die Zusammenarbeit mit einer lizenzierten KVG, die Serviceleistungen für Dritte erbringt, gewinnt er einen Partner, der die Schnittstellen zu allen Stakeholdern eines Fonds besetzt. Zudem profitiert er vom Start weg von dessen Erfahrung in regulatorischen und administrativen Fragen – ohne eigene Ressourcen aufbauen zu müssen. Dies bedeutet nicht zuletzt einen Kostenvorteil: Wer mit einer Service KVG zusammenarbeitet, kann auf eigenes Personal verzichten und von möglichen Skaleneffekten profitieren.

Leistungen einer Service KVG

Eine Service KVG unterstützt den Asset Manager dabei, die Regulatorik zu verstehen und zu erfüllen. Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) setzt den Rahmen für die Verwaltung von Fonds und bringt eine Reihe von Anforderungen mit sich. Von der Auswahl des Fondsmodells über die Einhaltung der Reportingpflichten bis hin zur Sicherstellung von Compliance und Risikomanagement – die regulatorische Landschaft ist komplex und erfordert Spezialwissen.

Auch der administrative Aufwand ist nicht zu unterschätzen: Die Strukturierung des Fonds nach individuellem Bedarf, das Rechnungswesen und Liquiditätsmanagement sowie die Einhaltung von Meldepflichten, all dies erfordert Zeit und Ressourcen. Verzichtet Beispiel-Fondsinitiator Jansen auf die Dienste einer Service KVG, kann er sich nicht mit voller Kraft der Entwicklung des von ihm verwalteten Immobilienbestands widmen, da er neben seinen Kernaufgaben erweiterte Managementfähigkeiten entwickeln muss. Dies droht letztlich auch die Fondsperformance zu gefährden, was den Interessen der Investierenden entgegensteht.

Vielseitiges Angebot

Durch die Zusammenarbeit mit einer Service KVG können Asset Manager*innen auf ein breites Spektrum an Leistungen zurückgreifen. Dazu gehören:

  • Fondsstrukturierung und -auflage: Die Service KVG bietet eine übergeordnete Strukturberatung unter Einbeziehung von spezialisierten Steuerberatern und Rechtsanwälten
  • Rechnungswesen: Sie führt die Buchhaltung des Fonds und stellt sicher, dass alle finanziellen Transaktionen im Rahmen der Jahresabschlusserstellung korrekt erfasst und abgebildet werden. Hierbei koordiniert sie auch die Jahresabschlussprüfung mit einem Wirtschaftsprüfer.
  • Risikomanagement und Meldewesen: Sie überwacht die Risiken des Fonds und sorgt für die Einhaltung aller regulatorischen Meldepflichten
  • Begleitung bei Transaktionen: Sie unterstützt bei Kauf- und Verkaufsprozessen und sorgt für einen reibungslosen Ablauf
  • Anlegerverwaltung und Reporting: Sie verwaltet die Kommunikation mit den Investoren und erstellt regelmäßige Berichte über die Performance des Fonds
  • Portfolio- und Liquiditätsmanagement: Die Service KVG optimiert das Portfolio und stellt die Liquidität des Fonds sicher

Warum das Mindset wichtig ist

Anlagespezialisten, die erstmals einen Fonds auflegen, sollten bei der Auswahl eines Partners jedoch nicht allein auf Kompetenz achten. Ebenso wichtig ist das passende Mindset und die Fähigkeit, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Um beim Praxisbeispiel zu bleiben: Wenn das Wunschobjekt von Immobilienfonds-Initiator Jansen bereits in einem Monat veräußert wird, sollte eine geeignete Service KVG alles daran setzen, die Auflage innerhalb dieser Frist zu realisieren – und ihm den Einstieg ins Fondsmanagement so leicht wie möglich machen.

Die Kontora KVG als Teil der Kontora Gruppe zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, individuelle Ansprüche an die Fondsstrukturierung zu berücksichtigen. Sie bietet Flexibilität und Dynamik, selbst bei Fondsprojekten mit kleinerem Volumen und anspruchsvollen Zeitvorgaben. Kontora erkennt die Bedeutung von Opportunitäten und strebt stets danach, passende Lösungen zu finden.

 

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