Zum Familienfonds
in fünf Schritten

11. Juni 2024 | Lesedauer: 6 Min.

Familienfonds können die Vermögensanlage beflügeln: Sie erweitern das Investitionsspektrum, reduzieren den Aufwand bei administrativen Aufgaben und stärken die Resilienz des Vermögens. In diesem Artikel erfahren Sie, welche weiteren Vorteile sich bieten und wie Sie in fünf Schritten zur individuellen Fondsstruktur kommen.

Die Themen dieses Artikels in der Übersicht:

  • Mit Familienfonds mehr erreichen
  • Das Family Office als Fondsdienstleister
  • In fünf Schritten zum Familienfonds

Mit Familienfonds mehr erreichen

Ein Familienfonds bietet für das Vermögen von Familien und die Arbeit des Single Family Officers zahlreiche Vorteile.

Zugang zu exklusiven Investmentmöglichkeiten: Ein Familienfonds ermöglicht es der Familie, als professioneller Investor aufzutreten. Dadurch eröffnet sich der Zugang zu exklusiven Investitionschancen, die sonst nur institutionellen Anlegern vorbehalten sind. Die Streuung des Vermögens auf zusätzliche Assetklassen erhöht zudem die Resilienz des Vermögens gegenüber Marktschwankungen.

Haftungsreduzierung und Professionalität: Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern wie einer regulierten Kapitalverwaltungsgesellschaft oder einem Multi Family Office wird die Haftung bei Fehlern ausgelagert, egal ob diese in Verbindung mit der Buchhaltung oder dem Investment stehen. Zudem können standardisierte und geprüfte Prozesse dazu beitragen, die Professionalität im Single Family Office zu erhöhen.

Schlankere Strukturen: Der Single Family Officer muss weniger eigene Ressourcen vorhalten, da administrative Aufgaben an den Fondspartner ausgelagert werden. Anstatt jede Order, jeden Kapitalabfluss oder jede Ausschüttung selbst zu erfassen, übernimmt der Fondspartner buchhalterische Aufgaben und sorgt für eine laufende Aktualisierung des Depotwerts.

Vorbereitung des Generationenübergangs: Ein Fonds erleichtert die Planung und Durchführung des Generationenübergangs erheblich. Anteile des Fonds können unkompliziert und flexibel an die nächste Generation weitergegeben werden. Zudem lassen sich steuerliche Vorteile nutzen, da die Übertragung von Fondsanteilen oft günstiger ist als die direkte Übertragung einzelner Vermögenswerte.

Transparenz und Diskretion: Ein Fonds kann innerfamiliäre Transparenz herstellen. Durch maßgeschneidertes Reporting erhalten alle beteiligten Familienmitglieder genau die Informationen, die sie brauchen. Nach außen hin jedoch bietet ein Fonds ein hohes Maß an Diskretion. Da die Kapitalverwaltungsgesellschaft und nicht die Familie als Investor auftritt, bleibt die Familie anonym. Kurz gesagt: Ein Fonds ist nach innen transparent, nach außen aber diskret.

Effizienz: Ein Familienfonds ermöglicht es dem Single Family Officer, sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren, was zu einer effizienteren Ressourcennutzung führt. Durch die Entlastung von administrativen Tätigkeiten können Entscheidungen schneller getroffen werden. Zudem kann ein Fondspartner durch seine Expertise und Infrastruktur die operativen Prozesse optimieren, wodurch zusätzliche Zeit- und Kostenersparnisse möglich werden.

 

Das Family Office als Fondspartner

Single Family Offices, die einen Familienfonds auflegen wollen, greifen häufig auf eine Service Kapitalverwaltungsgesellschaft (Service KVG) zurück. Diese spezialisierten Unternehmen bieten Dienstleistungen rund um die Auflage und Administration von Fonds. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, mit einem Family Office wie Kontora zusammenzuarbeiten, das über eine BaFin-lizenzierte KVG verfügt.

Ein Vorteil ergibt sich dabei aus dem breiten Angebotsspektrum: Während reine Service KVGs ihren Fokus auf das Fondsmanagement richten, kann das Multi Family Office mit KVG-Anbindung auch in allen weiteren Feldern der Vermögensverwaltung unterstützen und für Entlastung sorgen, sei es bei der strategischen Asset Allocation, beim Sourcen und Prüfen von Investments oder beim Erstellen von Reportings.

 

In der folgenden Beschreibung gehen wir von einem Single Family Office aus, das ein organisch gewachsenes Vermögen betreut und die Fondsauflage als Teil einer strategischen Weiterentwicklung begreift. Aufgrund des erwarteten hohen Beratungsbedarfs fällt die Wahl auf einen Fondspartner, der mehr bietet als reines Management. Familien, die ihren Bedarf bereits kennen und mit ihrer Vermögensallokation zufrieden sind, können direkt mit Schritt drei beginnen.

In fünf Schritten zum eigenen Familienfonds

Schritt 1: Bedarfsanalyse

Im ersten Schritt informiert der Single Family Officer seinen Dienstleister über die spezifischen Herausforderungen, Zielsetzungen und Besonderheiten des Vermögens. Beide Parteien erarbeiten ein gemeinsames Verständnis dafür, welche Aufgaben künftig extern erledigt werden sollen und welche beim Single Family Office verbleiben. In dieser Phase wird auch geprüft, welche Vorteile ein individueller Fonds für die Familie bietet.

Schritt 2: Vermögensstrukturierung

Als nächstes empfiehlt es sich, eine gründliche Bestandsaufnahme des Vermögens durchzuführen. Dabei sollte überprüft werden, ob alle Vermögenswerte, einschließlich illiquider Assets, in einer einheitlichen Datenbank erfasst sind. Nur mit einem umfassenden Überblick lassen sich Fragen zur Struktur des künftigen Fonds und zu einer möglichen Anpassung der strategischen Asset Allocation qualifiziert beantworten. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu überlegen, welche bisher nicht berücksichtigten Assetklassen, wie beispielsweise Private Equity, zur Erreichung der Vermögensziele beitragen können.

Schritt 3: Fondskonzeption

In diesem Schritt wird geklärt, welche Investments künftig im Fonds gehalten werden. So dürfte es beispielsweise nur in Ausnahmefällen sinnvoll sein, Kunst- oder Oldtimer-Investments in einer Fondsstruktur zu verwalten. Die Aufnahme in einen Fonds gilt dann als besonders vorteilhaft, wenn ein hoher Verwaltungsaufwand besteht, etwa bei Private Equity Investments oder bei Aktien- und Anleiheinvestments, die regelmäßiges Rebalancing erfordern.

Im weiteren Verlauf gilt es, Anlagerichtlinien zu erarbeiten, die den Interessen der Familie entsprechen und sämtliche regulatorischen Anforderungen berücksichtigen. Ein wesentlicher Punkt betrifft dabei die Frage, in welcher Form die Familie in Investitionsentscheidungen des Fondspartners eingebunden werden möchte. Möglich ist hier etwa die Einrichtung eines Anlageausschusses mit Vetorecht.

Schritt 4: Fondsauflage

Die Registrierung des Fonds erfolgt in Abstimmung mit der BaFin durch den Fondspartner. Der Single Family Officer muss hierbei nicht selbst aktiv werden.

Schritt 5: Laufende Fondsverwaltung

Nach Einbringung der Liquidität in den Fonds übernimmt der Partner die gesamte Administration: Vom An- und Verkauf über das Rebalancing und die Liquiditätssteuerung bis hin zur Überwachung auf Einzelinvestmentebene. Zudem erbringt der Fondspartner sämtliche vereinbarten Dienstleistungen, wie beispielsweise das Sourcing von Investments, Due Diligence Prüfungen oder individuelles Reporting.

Diese fünf Schritte weisen den Weg zu einem individuellen Familienfonds, der die Vermögensverwaltung optimiert und den Single Family Officer erheblich entlastet, ohne den eigenen Entscheidungsspielraum einzuschränken.

 

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